Neuigkeiten aus der Gemeinde Sohland a.d. Spree

Überarbeitet am Montag, 26 März 2012 12:40 von Kerstin Kunath Donnerstag, 22 März 2012 01:20

Foto: Kerstin Kunath

Foto: Kerstin Kunath

Für den Bautzener Boten ist Kerstin Kunath (KK) im Gespräch mit Matthias Pilz, dem Bürgermeister (BM) der Gemeinde Sohland a.d. Spree.

KK: Die Gemeinde Sohland a.d. Spree hat in diesem Jahr viel vor, der Haushaltsplan 2012 ist umfangreicher als in anderen Jahren. Herr Pilz, woher rührt der hohe Haushaltsplan?
BM: Zum Einen müssen wir noch viele Hochwasserschäden beseitigen. Die Spreebrücke an der Kreisstraße wird Juli/August befahrbar sein. Jetzt stehen Reparaturarbeiten an der Brücke über das Tännichtwasser im Ortsteil Scheidenbach an. Des weiteren bauen wir die Brücke über die Spree am Himmelsbrückenweg. Sobald das Wetter es erlaubt, kann es losgehen. Außerdem stehen Sanierungsarbeiten von Gewässerabschnitten des Dorfbachs, des Kaltbachs und des Rosenbachs an, denn das Hochwasser hatte unserer Gemeinde arg zugesetzt.

KK: Herr Pilz, Sohland ist landschaftlich sehr schön gelegen und  und touristisch gesehen einen Ausflug wert.  
BM: Ja, der Tourismus ist auf dem Vormarsch. Nicht zuletzt da viele Sohlander mitwirken. Zum Einen gehen sie dem täglichen Broterwerb nach und zum Anderen haben viele noch ein nebenberufliches Standbein im Tourismusbereich. Hier engagieren sich sehr viele auch ehrenamtlich in Vereinen, ob es z.Bsp. im Skiclub oder im Waldbadverein ist, das macht unseren Ort attraktiver.

KK: Sohland hat eine außerordentlich starke Wirtschaft, worauf ist das zurückzuführen?
BM: Die Gemeinde Sohland fühlt sich der Entwicklung der mittelständischen Wirtschaft und des Handwerkes sehr verpflichtet. Der Gemeinderat hat der Bildung einer gemeindeeigenen Wirtschaftsfördergesellschaft, der GGZ Wassergrund GmbH, im Jahr 2001 zugestimmt, um noch mehr Impulse zur Entwicklung der Oberlausitzer Unternehmen geben zu können. Mit der GGZ GmbH und der Mittelschule Sohland wird seit Jahren die Nachwuchsförderung für unsere Unternehmen umgesetzt. Es ist mitunter erstaunlich, wie wenig die Berufsbilder und die Chancen zu Ausbildungen im Bereich der Gemeinde den Schülern und Eltern bekannt sind. Um die über 2000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze vor Ort und damit in der Oberlausitz zu halten, sind weitere Anstrengungen notwendig, denen sich die Gemeinde stellt.

KK: Sicher haben Sie auch in Sachen Gewerbegebiet etwas Konkretes in petto?
BM: Richtig, auch da gibt es etwas zu berichten. Das Gewerbegebiet im Wassergrund wird um fast 20.000 Quadratmeter erweitert. Die Fa. Noack Entsorgung und Tiefbau muss sich zwangsläufig wegen des Hochwasserschadens einen neuen Standort suchen. Und für die bebaubare Fläche von 9.500 qm kann sich noch ein Unternehmen bewerben.

KK: Sohland ist ein Grenzort, hat das negative Auswirkungen bezüglich erhöhter Kriminalität?
BM: Gott sei Dank ist es bei uns relativ sicher. Wir haben mit den Unternehmen eine Initiative zum Selbstschutz gestartet. Sicherheitsanlagen wurden in Eigeninitiative aufgerüstet und es hat sich gelohnt. Die Landes- und Bundespolizei tut alles für die Sicherheit der Bürger. Auch die Einwohner selbst sind vorsichtiger geworden und schützen ihr Eigentum.
BB: Herr Pilz, man spricht hier auch über den Kindergarten, was ist Neues geplant?
BM: Ja, die Gemeinde wird in diesem Jahr einen Kindergarten mit 120 Plätzen bauen. Die kosten liegen bei 2,4 Millionen Euro. Fast 50 % werden durch den Freistaat gefördert.
KK: Vielen Dank, das ist auf jeden Fall ein Foto wert! Danke auch für die Informationen und der Bautzener Bote wünscht Ihnen und den Bürgern von Sohland gutes Gelingen bei den gemeinsamen Vorhaben.  

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Wilde Früchte auf Schloss Rammenau

Überarbeitet am Dienstag, 28 Februar 2012 10:04 von Redaktion Dienstag, 21 Februar 2012 12:52

Kammerzofen zelebrieren Esskultur mit heimischen Wildobst

Foto: Birgit Matuschewski

Foto: Birgit Matuschewski

Rammenau. (B.M.) Wild und fruchtig ging es daher am 18. Februar abends auf Schloss Rammenau, als die Kammerzofen zu einem erbaulichen Candle-Light Dinner mit nächtlicher Schlossführung eingeladen hatten. Die Gäste wurden im wunderschön eingedeckten Gartensaal mit Sekt und einem orientalischem Liebesknochen mit gerösteten Pinienkernen von der Schlossleiterin Roswitha Förster und der Marketingverantwortlichen Renate Kaschmitzki in historischen Kammerzofenkostümen empfangen. Beide führten mit allerlei vergnüglichen Geschichten vom Hofe August des Starken und aus der über 300 Jahre währenden Geschichte der schönsten Landbarockanlage Sachsens durch den Abend. So erfuhr das interessierte Publikum, dass ein dicker Bauch und stattliche Waden von Reichtum zeugten und wer die am Hofe nicht hatte, musste mit Pappmaché nachhelfen und den selbigen eine stattliche Form geben. Das Menü stand unter dem Motto „Essen, um zu bewahren“, was sicherlich im doppelten Wortsinn gemeint ist. Zum Einen bemüht sich das Team um Roswitha Förster mit viel Engagement, das Schloss Rammenau als sächsisches Kulturgut zu erhalten, zu pflegen und zu präsentieren. Zum Anderen werden heimische traditionelle Gerichte mit viel Phantasie kredenzt. Für Letzteres legte die liebevoll gestaltete Speisekarte beredtes Zeugnis ab. Als Vorspeise Piccatastreifen vom Lausitzer Welsfilet mit Kartoffel-Feldsalat und Tomaten-Lauchvinaigrette, als Hauptgang Glasierte Rotwein-Rehkeule mit Kornelle-Mispelsoße und winterliches Wurzelgemüse und zum Nachtisch Gebackener Mohn im Glas mit Brombeerkompott, Vanillehalbgefrorenem und Schokolade. Nach dem Essen luden die Kammerzofen zu einem Rundgang durch die klassizistischen Salons des Barockschlosses ein. Mit Stolz präsentierte Roswitha Förster die Zimmer, die durch aufwändige Restaurierungen nach und nach ihre ursprüngliche Wandgestaltung wieder bekommen. Wunderschön das Humboldtzimmer, farbenfroh der chinesische Salon und geheimnisvoll die Bemalung im Treppenhaus, die durch geschickte Techniken eine ins Unendliche reichende Tiefe suggeriert.

Gast des unterhaltsamen Abends war Volker Umbreit von der Sornziger Wilde aus Mügeln, der zusammen mit seiner Frau den über vierzig Gästen längst vergessene und neu kreierte Wildobstarten als Fruchtaufstriche vorstellte. Die hatte sich der Koch für sein Menü schon im Vorfeld aus Sornzig kommen lassen, denn wilde Früchte spielten bei jedem Gang eine Rolle. Zwischen den Gängen konnten die Gäste die außergewöhnlichen Kreationen der Sornziger Wilde verkosten und so mancher nahm sich Vogelbeere, Kornelle, Maibeere, Sorbaronia, Zibarte, Mispel oder Cido im geschmackvoll gestaltetem Glas für den heimischen Frühstückstisch mit nach Hause. Und das wilde Früchtchen nicht nur schmackhaft, sondern auch ganz schön spannend sein können, bewies der Fruchtsachverständige bei seinem Vortrag mit dem Titel „Wild und wunderbar“ im Spiegelsaal. Er entführte das bedächtig lauschende Publikum auf eine Entdeckungsreise in die Welt alter und neuer Wildobstarten. Die werden seit über hundert Jahren im Garten des Klosters Marienthal angepflanzt und bewahrt. Wer hätte gedacht, dass die Vogelbeere oder Eberesche, der Heilige Baum der Germanen und heute Nationalbaum der Vogtländer, nicht nur eine wichtige Futterpflanze für 31 Säugetierarten, 72 Insekten und 63 Vogelarten ist, sondern auch einen sehr pikanten Fruchtaufstrich ergibt. Da war von der Kornelle, einer Hartriegelart, die Rede, der schon Hildegard von Bingen eine heilende Wirkung zusprach. Oder von der Maibeere, einer Heckenkirsche aus Sibirien, oder der Süßschlehe, einer Kreuzung aus Pflaume und Schlehe, oder der Mispelmarmelade, die schon Shakespeare in „Romeo und Julia“ und in „Was ihr wollt“ beschrieb. Interessant auch die Zibarte, eine Wildpflaumenart, die seit Tausenden von Jahren keine Kreuzung eingegangen ist, obwohl Pflaumen wie keine andere Obstart zur Bastardisierung neigen, und als Fruchtaufstrich mit einem besonders zarten Marzipan-Aroma besticht. Nach dem Vortrag fand auch der Rest der wilden Früchtchen in den Gläsern der Sornziger Wilde reichlich Abnehmer. Wer neugierig geworden ist, wie delikat Fruchtaufstriche aus alten und neuen Wildobstarten schmecken, kann sich informieren unter www.sornziger-wilde.de.

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Großes Helau beim Seniorenfasching in Wittichenau

Überarbeitet am Freitag, 24 Februar 2012 10:10 von Redaktion Freitag, 17 Februar 2012 04:36

Erhielten Orden des Kinderprinzenpaares (im Vordergrund): Ex-Prinz Matthias, Prinzessin Petra, Liane Semjank, Ursula Pech und Renate Mietsch (hinten, von rechts). (Foto: CSB)

Erhielten Orden des Kinderprinzenpaares (im Vordergrund): Ex-Prinz Matthias, Prinzessin Petra, Liane Semjank, Ursula Pech und Renate Mietsch (hinten, von rechts). (Foto: CSB)

Fast 120 jung gebliebene Närrinnen und Narren ließen sich am Donnerstagnachmittag (16. Februar 2012) den diesjährigen traditionellen Seniorenfasching des Christlich-Sozialen Bildungswerkes Sachsen e.V. (CSB) im großen Saal der Gaststätte „Zum alten Bahnhof“ in Wittichenau nicht entgehen. Er kann als weiteres Highlight dieser 306. Karnevalssaison in der Oberlausitzer Faschingsmetropole gesehen und bezeichnet werden. Seine Tolität, Prinz Roland, der Impresario von der Bunten Bühne, ihre Leiblichkeit Prinzessin Petra, Hofmarschall Klemens und ihr närrisches Gefolge fehlten bei diesem Ereignis nicht. Sie und die Gäste erlebten ein Programm, das vor Elan, Frohsinn und Spaß nur so strotzte.

Der Auftritt des Wittichenauer Kinderprinzenpaares samt närrischem Gefolge aus der CSB-Kindertagesstätte wurde mit großer Spannung erwartet. Prinz Niklas, Prinzessin Nele, Hofmarschall Nils, die Pagen Jasmin und Viona, Hofnarr Julian, die Lange Garde, die Roten Funken, die Mädchengarde und der Rest des närrischen Gefolges überzeugten mit Musik, Tanz, Liedern, Gedichten und Witzen. Sie meisterten ihre Aufgaben mit Bravur.

Darüber hinaus hat das Kinderprinzenpaar Orden an Personen verliehen, die sich verdienstvoll für die Belange von Kindern einsetzen. Ursula Pech von der CSB-Kindertagesstätte Wittichenau bekam einen, weil sie die Kinderprinzenwahl in der Einrichtung immer so gut mit vorbereitet, ideenreich umsetzt und mit schauspielerischem Talent durchführt. Der nächste Orden ging an Liane Semjank von der Kinder- und Jugendfarm des CSB in Hoyerswerda für ihr Engagement. Weitere Auszeichnungen dieser Art erhielten Prinzessin Petra und Ex-Prinz Matthias, der Erstgekrönte von Beres. Auch Renate Mietsch bekam einen Faschingsorden des Kinderprinzenpaares. Gemeinsam mit Schneidermeister Jurij Paschke fertigte sie im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes neue Kostüme und Uniformen für das Kinderprinzenpaar und sein Gefolge an. Dass neue Kleidungsstücke möglich wurden, ist der Ostsächsischen Sparkasse Dresden zu verdanken. Sie unterstützte die CSB-Kindertagesstätte Wittichenau mit einer Spende von 1.500 Euro. Mit dem Geld wurden Stoffe und Posamente angeschafft.

Auch Ex-Prinz Matthias hatte einen Orden dabei. Diesen erhielt Jutta Hartmann vom CSB, die in jedem Jahr mit großem Engagement den Seniorenfasching in Wittichenau vorbereitet.

Das folgende Programm begann mit der Regierungserklärung von Prinz Roland, dem Impresario von der Bunten Bühne, ihrer Lieblichkeit Prinzessin Petra, Hofmarschall Klemens und den beiden Pagen.

Die Seniorentanzgruppe unter Leitung von Jutta Hartmann bewies einmal mehr, das Tanzen keine Frage des Alters ist. Zu „Fiesta Mexicana“ und „Dschinghis Khan“ legten sie eine flotte Sohle auf Parkett.

„Here I am“ hieß es bei den Mädchen der Kindertanzgruppe des Heimat- und Kulturringes Wittichenau/Kulow e.V. Mit ihrer starken Performance und den tollen Kostümen begeisterten sie das Publikum.

Ordentlich Stimmung kam bei den Büttenreden auf. Alina Buchholz, Johanna Glaab, Alexander Juro, Felicitas Posch und Luisa Rose, die fünf reizenden Teenies, zeigten was herauskommt, wenn man fünf verschiedene Radiosender abwechselnd durcheinander hört.

Bei den Smarties ging es um einen gewissen Roland Exner, der laut Pumuckel noch viel Freizeit und oft Langeweile hat, obwohl er in Beruf und Freizeit ein vielbeschäftigter Mann ist. Davon hörten auch Angler, Feuerwehr, Schützenverein und Sportverein und wollten ihn zum Mitmachen in der jeweiligen Gruppe einladen. Doch alle blieben vor verschlossener Tür stehen. Erst der Wittichenauer Karnevalsverein traf den Umworbenen an, erzählte Pumuckel. Und siehe da, aus Roland Exner wurde Prinz Roland, der Impresario von der Bunten Bühne. Übrigens, die Smarties bestehen seit 25 Jahren. Das war dem Kinderprinzenpaar auch einen Orden wert.

Die „Bremer Stadtmusikanten“ alias Stefan Bulang, Simon Michauk, Markus Scholze und Thomas Scholze waren auf dem Wag zum Karneval nach Wittichenau. Unterwegs machten sie sich viele Gedanken und es wurde gesungen. Außerdem hatten sie zahlreiche Fragen, nicht nur zu Wittichenau.

Für die passenden Lieder bei den Ein- und Auszügen sorgte das Tanz- und Schauorchester Winfried Uhlig. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam den von Markus Scholze getexteten und komponierten Faschingsschlager „Fasching heißt’s in Witt’chenau“ und weitere Wittichenauer Faschingshits.

Dirk Raffe

 

 

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